Erinnerungen an 13 Jahre Winterwandern einer Frauengruppe im Harz
 
Was macht man so, wenn man seit vielen Jahren zusammen in der Sauna sitzt: Man erzählt über Kochen, Backen, Krankheiten, Arbeit, Reisen, Urlaub, Omafreuden… und irgendwann schmiedeten wir einen Plan: Wir gönnen uns im Winter ein paar Tage Weiberurlaub im Harz. Ein Hotel wurde schnell gefunden, denn als Neubundesbürger waren wir nicht mehr auf die Lotterie um den Erhalt eines FDGB- Ferienplatzes angewiesen. Und so begann es: Wir buchten 1996 in Allrode im Sport- und Seminarhotel drei Zimmer. Mit zwei Autos, denn wir waren sechs Frauen, fuhren wir von Montag bis Donnerstag in den Harz. Wir wohnten im Neubau des Hotels, gleich unter uns war die Kegelbahn. Im Altbau befand sich die Sauna.  
Am zweiten Tag wanderten wir von Allrode zum Hexentanzplatz bei Thale. Es lag viel Schnee.
Thale



So machte das Wandern Spaß und es ging auch wieder zu Fuß zurück. Am Abend erholten sich unsere müden Beine in der Sauna, denn es waren 25 km gewesen.

Am nächsten Tag wanderten wir nach Treseburg und wieder zurück. Die etwa 20 km fielen uns nicht schwer, so dass wir am Abend noch die Kegelbahn nutzten.
Unsere Wandertage gefielen uns sehr, denn Unterkunft, Essen (HP), Sauna und Kegelbahn waren im Preisleistungsverhältnis gut, und es stand fest, dass wir im nächsten Jahr wieder in den Harz fahren.


 

1997 zog es uns nach Wildemann ins Hotel „ Harzperle“. Da wir nur fünf Frauen waren, fuhren wir mit einem Auto. Unser Hotel war schlicht und einfach, hatte aber Schwimmbad und Sauna. Es regnete immer wieder und so besichtigten wir gleich am ersten Tag den 19- Lachter- Stollen, was ein interessantes Erlebnis für uns war.

Lachterstollen

Stabkirche

Der Abend gehörte der Sauna und auch der nächste Vormittag. Als sich das Wetter besserte, wanderten wir ca. 16 km nach Hahnenklee zur Stabkirche und zurück. Wir wussten nun, dass Schwimmbad und Sauna bei unseren Reisen ein Muss sind. Auch die Romme- Karten sollten dabei sein.

 

Auch der Winter 1998 sah uns fünf Frauen wieder im Harz, diesmal in Hohegeiß im gleichnamigen Hotel.

Hotel

Das Hotel mit Schwimmbad und Sauna war okay. Es lag Schnee und die Sonne schien, so wanderten wir am nächsten Tag nach Braunlage, etwa 20 km. Mit der Kabinenbahn fuhren wir auf den Wurmberg und bestaunten dort die große Sprungschanze, die man auch vom Brocken gut sehen kann. Mit dem Bus fuhren wir zurück.

Am nächsten Tag wanderten wir auf den Hausberg von Hohegeiß und den Nachbarberg und genossen von dort oben die schöne Aussicht. Es waren 16 km zusammengekommen. Natürlich machten wir auch Rast in der gemütlichen Gaststätte von „Wolfgang, dem malenden und singenden Wirt“, denn das ist ein Muss, wenn man in Hohegeiß ist.

 

1999 mieteten wir uns für vier Tage in Zorge ein. Das Hotel „ Das alte Forsthaus“ gefiel uns gut, es war mit allem ausgestattet, was wir brauchten. Schnee lag in Massen und das Wetter war gut, so dass wir gleich den Rundweg ( etwa 10 km ) begingen.

Am nächsten Tag wanderten wir nach Walkenried und zurück ( 16 km ) .

Wir unternahmen in diesen Tagen auch eine Wanderung mit dem Förster, der uns viel Wissenswertes über den Wald und die hier lebenden Tiere erzählte, und legten dabei wieder etliche km zurück.

FörsterSchneemann

Ein lukullischer Höhepunkt war ein abendlicher Besuch im französischen Restaurant, dass auch durch seine liebevolle Ausstattung einen bleibenden Eindruck auf uns machte.

Im Winter  2000 besuchten wir das „ Parkhotel „ in Bad Lauterberg und wurden dort von der Hausdame herzlich empfangen.

Kartenstudium

Das Schwimmbad und die Sauna gefielen uns sehr gut und wir nutzten sie eifrig. Die Wanderungen durch die verschneite Natur führten uns um den Ort herum ( etwa 12 km ) und auf den Hausberg (14 km ). Ein Vormittag gehörte der Kirchbergtherme, wo wir uns erholten. Die Abende waren ausgefüllt mit netten Programmen durch die Hausdame.

 

2001 war unsere Frauenwandergruppe in Hahnenklee im Hotel „ Bastei „- auch dort waren Schwimmbad und Sauna in Ordnung. Besonders an einem Tag waren sie sehr wichtig für unsere strapazierten Knochen, denn wir hatten uns trotz Kartenstudium verwandert und so ungewollt etwa 25 km zurückgelegt. An den anderen Tagen legten wir nur kürzere Wege um Hahnenklee zurück.

 Stausee

Weil es uns im Jahr 2000 so gut in Bad Lauterberg gefallen hatte, fuhren wir 2002 noch einmal ins „ Parkhotel „ . Leider war das Wetter nicht so gut, es regnete und die Wanderwege waren aufgeweicht. Trotzdem waren wir an der Oker- Talsperre, etwa 8 km, und wanderten auch wieder zurück. Der Urlaubsort ist auch durch seine Kneipp- Einrichtungen bekannt und einige Mutige von uns nutzten natürlich diese Einrichtungen. 
Wir wanderten auch wieder um Bad Lauterberg herum und entdeckten die größte Bratpfanne der Welt. 

 Pfanne

Im Jahr 2003 waren wir sechs Winterwanderer ( eine weitere Saunadame ist in den Ruhestand getreten und hat nun Zeit mitzuwandern) im Familien- und Sporthotel in Friedrichsbrunn. Dort fühlten wir uns sehr wohl. Da viel Schnee lag, wanderten wir noch am Nachmittag auf dem Rundweg und besuchten auch die Klobenberg- Baude ( etwa 10 km ). Mit Kegeln und Tischtennisspielen sowie einem netten Barbesuch ging der Tag zu Ende. Der nächste Morgen sah einige von uns beim Schwimmen

Schwimmen

und dann ließen wir uns gemeinsam das Frühstück in der geschmackvoll eingerichteten Frühstücksscheune schmecken.

Rodelbahn

Unser Ziel war an diesem Tag mal wieder der Hexentanzplatz bei Thale. Nach 1,5 Stunden waren wir am Ziel und fuhren erstmalig auf der nun vorhandenen Allwetter- Rodelbahn. Hin und zurück wanderten wir etwa 24 km.

Auch eine Pferdeschlittenfahrt stand in Friedrichsbrunn auf dem Programm.Schlitten

Am 3. Tag wanderten wir durch tiefen Schnee und Raureif an Büschen und Bäumen über die Viktorshöhe nach Gernrode. Da die Wanderwege schlecht ausgeschildert waren und wir nur nach der Karte gingen, dauerte es ungebührlich lange. In Gernrode besichtigten wir die Kuckucksuhrenfabrik mit der größten Kuckucksuhr außerhalb des Schwarzwaldes, das größte Thermometer und das größte Wetterhäuschen der Welt. Da wir schon 20 km gewandert waren, fuhren wir ab Bad Suderode mit dem Bus zurück.

In diesem Jahr bezahlten wir einen Superpreis von 141 €.

 

 

Da es uns im letzten Jahr so gut im Familien- und Sporthotel in Friedrichsbrunn gefallen hatte, buchten wir für den Winter 2004 dort wieder. Es lag kein Schnee, aber die Sonne schien. Wir machten uns gleich auf die erste Wanderung zum Müllerteich und weiter zum Ferienpark Merkelsbach. Dort rasteten wir nach zwei Stunden im größten Blockhaus- Restaurant der Welt, das sehr originell ausgestattet ist. Auch eine Bowlingbahn ist vorhanden, die wir für den nächsten Nachmittag buchten. Aber am Vormittag wanderten wir erst einmal nach Alexisbad ( 8,5 km ) und erhielten auf dem Bahnhof für die Zugfahrt nostalgische Fahrkarten, denn es sollte zum Haltepunkt  Sternhaus- Ramberg  und von dort am Bremer Teich vorbei zum Bowling weiter gehen. 

ZugfahrtKegeln

Etwa 10 km waren wir wieder gewandert und am Abend badeten und saunierten wir ausgiebig.

Für den 3. Tag war wieder eine Wanderung nach Gernrode geplant, denn wir waren in der Likörfabrik zu einer Besichtigung und Verkostung angemeldet. In diesem Winterurlaub war es wärmer und wir entdeckten schon Frühblüher bei unseren 12 km. Der Besuch der Likörfabrik ist für uns ein bleibendes Erlebnis, denn die Betreiber hatten ein lustiges und kurzweiliges Programm vorbereitet und alle kamen auf ihre Kosten.

Der Hotelpreis betrug wieder 141 €.

 

 

Im Jahr 2005 hatten wir 10- jähriges Wanderjubiläum, deshalb verlebten wir unseren Kurzurlaub wieder wie beim ersten Mal im Hotel „ Harzer Land „ in Allrode, nun ist es auch ein Wellness- Hotel mit einer sehr schönen Sauna- und Relaxlandschaft. Aber erst einmal ging es zur ersten Wanderung los. Es regnete auf den Schnee und die Wege waren zum Teil vereist, aber 8 km legten wir trotzdem zurück. Der Lohn war am Abend der Besuch der Sauna- Landschaft.

Bei herrlichem Sonnenschein und blauem  Himmel wanderten wir am nächsten Tag durch eine verschneite und glitzernde Landschaft etwa 6,5 km nach Stiege, das idyllisch am See liegt. Inzwischen benutzten einige von uns die Walking- Stöcke, denn mit ihnen ist das Wandern leichter. 

Stöcke

Mit der Schmalspurbahn fuhren wir weiter nach Güntersberge, denn dort waren wir im Mausefallen- und Nachttopf- Museum angemeldet. Dort erlebten wir eine Führung der besonderen Art: Mit Witz und schauspielerischem Talent, mit etwas Naturkunde und Nostalgie gewürzt, erfuhren wir vieles über Tiere und „Hinterlistige Angelegenheiten“.

Mausefallenmuseum

Wir hatten sehr viel Spaß! Als wir in Allrode zurück waren, hatten wir etwa 17 km zurückgelegt.

Obwohl es am nächsten Tag regnete, wanderten wir zur Klobenberg- Baude, dann nach Friedrichsbrunn und weiter zum Märchenwald ins Blockbohlen- Restaurant. Mit dem Bus fuhren wir zurück nach Allrode und genossen dort die tolle Wellness- Oase.

In diesem Jahr bezahlten wir 178 €.

 

 

Das Hotel „Im Tannengrund“ in Wolfshagen war im Jahr 2006 unser Ziel. Es ist ein day- dream- Hotel und wurde unseren Wünschen, was Verpflegung, Sauna und Schwimmbad sowie Preis- Leistung voll gerecht. Im Tannengrund lag nur wenig Schnee, aber mit jedem erklommenen Höhenmeter nahm er zu. Wir wanderten auf dem Rundweg bis zum Schäderpavillon und zurück ( 8 km ). Am nächsten Tag brachen wir nach Hahnenklee über die „ Rolle „ auf. Es war kalt, aber klar und der Weg führte stetig bergauf. An einer Sonnenbank bei der Försterbaude erfreuten wir uns an dem schönen Ausblick auf die Granetalsperre.

TalsperreRolle

Als wir an der „ Rolle „ ( Kreuzpunkt von Wanderwegen ) ankamen, lag ordentlich viel Schnee und es waren Loipen gespurt. Wir gingen weiter bis Hahnenklee und dann zurück nach Wolfshagen und hatten 18 km geschafft. In der Sauna holten wir uns Kraft für den nächsten Tag.

-12° C zeigte morgens das Thermometer. Wir zogen, warm gekleidet, trotzdem los, am Schäderpavillon vorbei, bis zur Innersten Talsperre. Dort überquerten wir die Staumauer und kehrten auf dem Naturlehrpfad nach Wolfshagen zurück.

Es waren zwar nur 10 km, aber das Wetter und die Natur waren toll!

118 € war der Hotelbetrag.

 

 

Nun waren wir schon sieben Wanderfrauen, die nächste befindet sich im wohlverdienten Ruhestand. Im Jahr 2007 zog es uns mal wieder nach Hohegeiß, aber diesmal ins „Haus Rust „. Es hat ein geschmackvolles Ambiente und gefiel uns gut. Wir nutzten das day- dream- Angebot ( 139 Euro ). Wir fuhren das erste Mal im preiswerteren Januar. Es lag Schnee und die erste Wanderung ging über 10 km ins Wolfsbachtal.

Der nächste Tag fand uns auf dem Wanderweg Hohegeiß- Sorge- Beneckenstein- Hohegeiß. Es war morgens sehr kalt, aber herrlicher Sonnenschein und blauer Himmel. Fast alle benutzten nun die Stöcke- sie entlasten den Körper beim Wandern. 

SingenSauna

Nach einer  Einkehr ins  „ Hexenhaus „ in Beneckenstein kehrten wir zurück ( 18 km ) und nutzten ausgiebig Sauna und Schwimmbad. 12 km lang war die letzte Wanderung in diesem Urlaub nach Braunlage. Es wehte ein eiskalter Wind, der uns aber nicht von unserem Vorhaben abhielt. Überall im Wald sahen wir die Ausmaße des Sturmes Kyrill, der wenige Wochen vorher gewütet hatte. Mit dem Bus ging es zurück nach Hohegeiß und am nächsten Tag mit zwei Autos wieder nach Hause.

 

2008- Harzwanderung nach Schindelbruch

Acht Frauen in zwei Autos machten sich auf die Reise. Der Wetterbericht versprach nichts Gutes, was soll`s geplant war es nun mal. Bald machten wir uns wanderfertig und bestiegen den „Weg der Lieder „ zum Josephskreuz, dem einzigen eisernen Doppelkreuz Europas, auf dem 575 m hohen Auerberg. Regen und Wind zum Trotz sangen wir die auf Tafeln angegebenen Lieder. Das 33 m hohe Kreuz konnten wir aber leider nicht besteigen, es war zu schlechtes Wetter. Also zurück und hinein in die warme kuschelige Sauna mit dem gerade neu entstandenen Saunadorf!

Hotel

Am nächsten Morgen waren die Schwimmer schon zeitig im Wasser zu finden, und nach dem gemeinsamen Frühstück ging es über den Auerberg nach Stolberg hinunter. Die Sonne schien und das Wandern machte Spaß. An einer Quelle angekommen, nahmen ein paar Mutige ein Fußbad, wie bei jeder Wanderung vorher.

FußbadWeg

Stolberg wurde sehr schön restauriert, was wir staunend bemerkten. Auch das Schloss soll bald wieder begehbar gemacht werden. Der Rückweg war sehr mühsam, denn es ging nur bergauf und durch den vielen Regen waren die Wege aufgeweicht. Gut oben angekommen, stiegen wir aber endlich auf das Josephskreuz und sahen über den schönen Harz hinweg.

Am 3. Tag wollten wir nach Harzgerode wandern. Die Wanderwege waren zwar ausgeschildert, aber nicht begehbar. Also benutzten wir nur die Straße. In Neuenhofe gaben wir auf und fuhren mit dem Bus weiter. In Harzgerode sahen wir uns den Marktplatz mit dem schönen Rathaus, die außergewöhnliche Kirche mit einer weißen Holzausstattung, drei Emporen und ohne Altar und das Schloss an. Ein sehr netter Busfahrer fuhr uns sogar bis nach Schindelbruch zurück.

In diesem Urlaub sind wir wegen des schlechten Wetters nur wenig gewandert- etwa 24 km. Das Hotel hat uns gefallen, es war aber zu teuer ( 196 Euro ).

 

Und 2009 auf ein Neues !