Wandern auf dem Harzer Hexenstieg

Bahnhof Wolmirstedt  Bahnhof Wolmirstedt

 

Im November 2009 fassten fünf Wanderer aus Wolmirstedt und Magdeburg den Entschluss, im April 2010 auf dem Harzer Hexenstieg zu wandern. Wir kauften für 60 Euro ein Sachsen- Anhalt- und ein Niedersachsen- Ticket und fuhren nach Osterode im Westharz. Den ersten Tag nutzten wir, um Osterode kennen zu lernen.  Wir besorgten uns bei der Information einen Stadtplan, in dem alle bedeutenden Bauwerke verzeichnet waren. So erwanderten wir die Sehenswürdigkeiten dieser schmucken Fachwerkstadt. Viele Schautafeln erläuterten uns ihre Besonderheiten. So war das heutige Rathaus früher das Harz- Kornmagazin, das die Ernährung der Erzbergarbeiter im Harz sicherte. Auf Eselsrücken wurden die Kornsäcke auf dem Eselsweg  bis nach  Clausthal- Zellerfeld transportiert. Daran erinnern Skulpturen auf dem Eselsplatz. Und es gab noch viel mehr zu sehen, so dass wir an diesem Tag schon 11 km zurücklegten.

Unsere gebuchte Pension "Tiroler Stuben" befand sich in der Nähe des Einstiegs zum Hexenstieg, so dass wir nach einer guten Nacht, einem stärkenden Frühstück ( für 23 Euro ) und mit unseren geschulterten Rucksäcken ( etwa 8 kg Gepäck ) loswanderten.

Ruine    Burgruine in Osterode

     


 

Von Osterode nach Altenau ( 25 km )

 Einstieg in den Hexenstieg 

 

Wir wanderten über den Tunnel am Butterberg aus Osterode hinaus. Das erste Wegstück war sehr steil und führte uns zuerst zum Eselsplatz. Unser Weg folgte dem Hexensymbol, immer eine Steigung nach der anderen. Das Wetter war gut, Sonne und einige Wolken. Einen herrlichen Blick über das Lerbachtal hatten wir vom Marienblick. An der Mühlwiese  entdeckten wir auch einen Informationspunkt des Hexenstiegs mit einem Gäste- und- Wanderbuch. Wir trugen uns ein, denn die Organisatoren möchten wissen, wie viele Wanderer hier gehen. Wir wanderten nun im Bereich der Oberharzer Wasserregale, die Steigungen waren zu Ende. Überall waren Info- Tafeln aufgestellt, die wir mit Interesse lasen. Dadurch erfuhren wir viel über die Wasserversorgung der Clausthaler Erzminen sowie über die zahlreichen Gräben und Wasserläufe ( unterirdische Kanäle ) des Wasserregals.

Infopunkt   Informationspunkt mit Gäste- und Wanderbuch

Unser Weg führte  durch eine wunderschöne Landschaft mit vielen großen Teichen. Wir wanderten über den Polsterberg und den Sperberhaier Damm.
Nach etwa 8 Stunden erreichten wir die freie Bergstadt Altenau. Dort hatten wir für 32 Euro pro Person 3 Zimmer mit Frühstück gebucht. Alles war im Hotel „ Zum Forsthaus „  bestens. Den Abend verbrachten wir in der Nachbarschaft in einer urigen Kneipe namens „Schneewittchen“, wo uns jeder Wunsch erfüllt wurde.

SperberhaineDammr  Sperberhainer Damm


Eine der Infotafeln  Eine der Info-Tafeln

 

Von Altenau zum Brocken ( 19 km )

 

Ab Altenau betraten wir den Nationalpark Harz. Das Wetter war gut: 5° C und sonnig. Es ging  steil bergauf und  wir wanderten weiter an Grabensystemen  und der Großen und der Kleinen Oker entlang. Nachdem wir den Förster – Ludewig- Platz passiert hatten,  betraten wir  bald den Magdeburger Weg, der über Baumwurzeln steil und steinig  bergan  führte. Teilweise lag noch Schnee und es war glatt. ( Es war ein richtiger Hexenstieg! ) Wir waren 8 km  bis zum Torfhaus gewandert und hatten einen sehr schönen Blick auf den Brocken. Nun begann der Aufstieg zur Brockenplattform und zu unserer 3. Übernachtung im Brockenhotel. Der Hexenstieg und der Goethe- Weg sind eins. Hier entlang des Plattenwegs verlief einmal die innerdeutsche Grenze. Wir gelangten durch die schönsten Hochmoore des Harzes im Nationalpark Harz bis zum höchsten Gipfel Norddeutschlands. Es war weiterhin sonnig mit teilweise Schneegriesel.Ein Stück des Wegs hatte uns die Brockenbahn begleitet. Eine Übernachtung auf diesem hohen Berg (1142 m ) ist schon etwas Besonderes. Leider war noch keine Wandersaison, so dass das Museum schon geschlossen hatte. Aber wir genossen die Aussicht aus dem Brockenrestaurant und von der Besucherplattform in die Ferne. Der Sonnenuntergang war traumhaft und es war auch wunderschön, als im Dunkeln die Lichter der am Fuße des Brockens liegenden Orte leuchteten.
Die Übernachtung mit Frühstück kostete 55 Euro.

Brockenblick   Brockenblick vom Torfhaus

Goethe-Weg neben der Brockenbahn Goethe-Weg neben derBrockenbahn

 Hotel auf dem Brocken Hotel auf dem Brocken

 

Vom Brocken nach Rübeland/ Neuwerk ( 33 km )

 
Am nächsten Morgen war der Brockengipfel in Wolken gehüllt, so dass wir die Sonne nicht aufgehen sahen. Es war frostig und die Bäume sahen im Raureif sehr schön aus. Doch bald wurde es wieder sonnig und wir wanderten bergab, zuerst auf der Brockenstraße, dann auf dem noch teilweise mit Schnee bedeckten Glashüttenweg. Vom Ahrensklint, einem einzelnen Granitfelsen, hatten wir einen weiten Blick über den Süd- Westharz und den Wurmberg mit der Schanze. Nach 12 km waren wir in Drei Annen Hohne. ( Wir rasteten und aßen Erbsensuppe, was wir dann später bereuten. )Der Hexenstieg führte weiter durch das Hirschbachtal und zum malerischen Königshütter Wasserfall. Wir wanderten entlang der Kalten und der Warmen Bode und ihrem Zusammenfluss. Bald erreichten wir den Stausee Überleitungssperre. Die Landschaft gefiel uns überall, auch der Hohlweg, der durch Schieferfelsen führte. An der Pastorquelle füllten wir unsere Trinkflaschen auf, und nach einem Anstieg wurden wir durch einen grandiosen Blick auf die Brockenlandschaft belohnt. Weiter ging es an Rübeland  vorbei, und auf wunderschönen Blumenwegen ( Buschwindröschen in weiß und gelb, Lerchensporn in verschiedenen Farben, Leberblümchen u.a. ) bis nach Neuwerk zu unserem Hotel „Haus Bodeblick“. ( 30 Euro ) Unsere längste Wanderetappe wurde mit einem guten Abendessen ( Hausmannskost ) in fast familiärer Atmosphäre beendet.

Ahrenklint   Ahrensklint

 Königshütter Wasserfall  Königshütter Wasserfall

Von Neuwerk nach Treseburg (19 km )

 

In der Nacht war es wieder kalt, aber wir wanderten bei Sonnenschein los. Der Hexenstieg führte über Wiesenhänge und oberhalb der Bode entlang. Es ging immer weiter bergauf und bald sahen wir unter uns die Wasserfläche der Talsperre Wendefurth. Die Rappbodetalsperre ist das Kernstück des Talsperrensystems Bodewerk. Wir wanderten oberhalb des Stausees entlang und hatten eine weite Aussicht auf die Staumauer. Manchmal war es etwas mühsam zu gehen, denn umgebrochene Bäume lagen über dem Weg. Wir überschritten den Staudamm und waren bald bei den Fischzuchtteichen in der Nähe von Altenbrak. Es ging weiter in Bodenähe, am Hotel „ Bodeblick „ vorbei, nach Treseburg hinein. Hier übernachteten wir in der Pension „ Felseneck „ (25 Euro ) und waren wieder voll zufrieden.
An diesem Tag stiegen wir aber auch noch zum Weißen Hirsch und zum Wilhelmsblick, das sind interessante Aussichtspunkte, hinauf. ( 9 km )

Talsperre  Staumauer


 

Von Treseburg nach Thale ( 12 km )

 

Nachdem wir die Luppbode überquert hatten, folgten wir der Bode durch das malerische Bodetal. Die Sonne schien auch auf dem letzten Abschnitt des Hexenstiegs. Wir hatten sehr schönes Wanderwetter gehabt. Es ging  steil bergan und bergab. Bald erreichten wir den schäumenden und strudelnden Bodekessel und gingen über die Teufelsbrücke. Neben uns führte die Schurre zur Rosstrappe  hinauf. Wir hatten auch einen schönen Blick zum gegenüberliegenden  Hexentanzplatz- Felsen. Weiter ging es an der Bode entlang, nun tief im Tal, am Gasthaus „Königsruhe“ und dem Goethe- Felsen vorbei bis zur Talstation der Seilbahn. Von dort war es nicht mehr weit bis zum Bahnhof. Mit dem schon vorher erworbenen Sachsen- Anhalt- Ticket kehrten wir in unsere Heimatorte zurück. ( 30 Euro )

 

Gedanken zur Wanderung :

              - Der Hexenstieg ist für alle Wanderfreunde nur zu 
                
empfehlen, er ist ein Naturerlebnis.

- Man sollte die Unterkünfte vorher buchen, so dass man nach einer 
     anstrengenden Wanderung nicht erst suchen muss ( Harz : Hexenstieg 
    
von C. Stein )

-    Wer Stempel für sein Wanderbuch braucht, kommt voll auf seine 
      Kosten.

              - Das Wandern in der Vorsaison gefiel uns gut.

-    Es ist wichtig Blasenpflaster mitzunehmen, denn man kommt an 
   
  keiner Apotheke vorbei.

              -  Man sollte für den ganzen Hexenstieg wandergeübt sein.

              -  Der Rucksack sollte 9 kg nicht überschreiten.

 

                                                              Wir sagen „ Gut Fuß " für alle Wanderfreunde:

                                                              Jürgen ( DL9OK ), Rolf, Uschi, Ingrid und Renate